Die "Gaiola das Popozudas“
Auf gut deutsch: „der Käfig der Dickärschigen“ ... was den Kern der Aussage 100%-ig trifft.
Die blondierte Sängerin und ihre 3 Tänzerinnen glänzten hauptsächlich durch überdimensionale Ärsche und wahnsinnig gut durchtrainierte Beine. Letzteres kannte ich bereits von den Samba-Tänzerinnen, aber die Popozudas waren noch mal eine Kategorie für sich. Passend zu den vulgären Funktexten waren ihre Tanzbewegungen. Wer in der ersten Reihe stand, spürte den Wind, den die Damen mit ihren kreisenden Arschbewegungen erzeugten. Die Enge ihrer gelben Körperlappen liess das gesamte Körperprofil wie im Röntgen-Apparat erscheinen, sowie den Intimbereich bis ins letzte Detail erkennen. Die provozierenden Bewegungen, die natürlich nichts anderes als Imitationen des Geschlechtsakts waren, liessen die Augenpaare der Zuschauer immer wieder in Richtung Unterleib wandern. Von meinen Nachbarn bekam ich ab und zu einen steif hochgestreckten Daumen zugestreckt, wobei seine leuchtenden Augen in Richtung einer der Damen auf der Bühne gingen. Genau das gefiel den Brasilianern.
Erstaunlich war, dass auch das anwesende weibliche Publikum mitkreischte und den hier vorgeführten Gipfel der Perversion alles andere als abstoßend empfand. Wieder einmal stellte ich mir vor, wie die Reaktionen des Publikums wären, wenn die gleiche Show in Kassel oder Fürstenfeldbruck ablaufen würde.
Mittlerweile war es um 3 und ich entschloss mich, ein letztes Bier zu trinken und mich dann per Taxi auf den Heimweg zu machen. Kurz nach halb 4 lag ich ziemlich erschöpft, aber voller bunter Bilder im Hinterkopf und mit einem Summen in den Ohren, in meinem Bett im ach so stillen Recreio. Das der Wecker 2 Stunden später klingeln würde, juckte mich in diesem Moment herzlich wenig. Ich hatte mein Sahnehäubchen auf das turbulente Wochenende bekommen und wäre durchaus zufrieden und glücklich aus Rio abgereist, wenn es denn wirklich mein Ende gewesen wäre ...


42Danke
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